Konfliktmanagement

Konfliktmanagement in der Ausbildung

Viele Auszubildende tun sich anfangs schwer mit der Umstellung auf das Berufsleben. Wie die Ausbildung gelingt und wie man sich bei Konflikten verhalten sollte.


Neue Leute, neues Umfeld, neuer Tagesablauf und sehr viel, was man noch nicht weiß: Die Umstellung von der Schule auf das Berufsleben ist groß – angehende Azubis sollten das nicht unterschätzen. “Wenn die Schulzeit zu Ende ist, beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Viele tun sich da anfangs schwer”, sagt Alexander Dietz, Leiter der Ausbildungsberatung der Handwerksammer für München und Oberbayern.

Höflich, freundlich, pünktlich

Gerade zu Beginn einer Ausbildung ist es daher am besten, sich zurückhaltend und freundlich, aber zugleich aufmerksam und interessiert zu zeigen – zuhören, aufpassen, Fragen stellen.

Trotzdem kann natürlich auch mal etwas schieflaufen. Azubis sollten sich deswegen gut über ihre Rechte und Pflichten informieren. Wenn sie etwa das Gefühl haben, dass ihnen nicht alles Nötige beigebracht wird, um das Ausbildungsziel zu erreichen, können sie sich an ihren Vorgesetzten, an den Betriebsrat oder auch an die Innungen und Kammern der jeweiligen Berufsgruppe wenden.

Wer Probleme hat, in der Berufsschule mitzuhalten, kann sich an seiner Schule nach Lerngruppen erkundigen oder Förderunterricht über die ausbildungsbegleitende Hilfe der Arbeitsagentur erhalten.

Vorfälle notieren, Zeugen oder Verbündete suchen

Auch wer ernsthafte Schwierigkeiten mit seinen Kollegen hat, vielleicht sogar gemobbt wird, muss aktiv werden. Sinnvoll ist es dann, entsprechende Zwischenfälle mit Datum zu notieren und sich vielleicht Zeugen oder Verbündete zu suchen. Wenn ein Gespräch mit den betreffenden Kollegen nichts nützt oder die Angst vor einer Konfrontation zu groß ist, sollte man sich an den Ausbildungsbetreuer oder an den Betriebsrat wenden, sich beraten lassen und sich gemeinsam zu einem Gespräch zusammensetzen.

Im schlimmsten Fall, wenn alle Gesprächs- und Vermittlungsversuche scheitern und sich an den kritisierten Zuständen nichts ändert, gibt es auch die Möglichkeit, die Ausbildung in einem anderen Betrieb fortzusetzen.

Vor dem Abbruch der Ausbildung Beratung suchen

Ein Abbruch sollte immer der letzte Schritt sein. 2015 hat immerhin fast ein Viertel aller Azubis den Ausbildungsvertrag aufgelöst. Wer sich zum Abbruch entschließt, muß einiges beachten. Vor allem: Erst kündigen, wenn eine neue Stelle gefunden ist! Wenn wichtige Gründe vorliegen, also etwa der Betrieb seinen Pflichten in der Ausbildung nicht nachgekommen ist oder die Rechte des Azubis verletzt hat, können Azubis fristlos kündigen.

Dabei müssen sie den Betrieb außer bei extremen Fällen wie sexueller Belästigung oder schwerem Mobbing zunächst schriftlich auf die Probleme hinweisen und beschreiben, was sie dem Betrieb vorwerfen – also zum Beispiel, dass man dauerhaft nur als Aushilfe im Büro eingesetzt wurde, ohne das zu lernen, was in der Ausbildungsordnung steht, oder dass man unbezahlte Überstunden leisten musste. Wenn sich nichts ändert, verfasst der Azubi eine fristlose Kündigung mit Begründung und kann den Betrieb sofort nach Eingang oder Übergabe des Schreibens verlassen.

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